Dies und Das

Blickwinkel – Wie du deine eigenen Selbstheilungskräfte zerstörst (2)

Liebe Leser meines Blogs,

hier geht es nun weiter mit dem 2. Teil. Den 1. Teil findest du hier.

Ich hatte es bereits im ersten Beitrag erwähnt: Unser Körper ist ein hochkomplexes System mit der Fähigkeit, sich selbst zu reparieren, wann immer das nötig ist. Von Anbeginn der Zeit sind in ihm die entsprechenden Programme und Funktionen gespeichert. In früheren Zeiten, als der Mensch noch nicht in dieser hochzivilisierten Welt lebte, waren seine Reaktionen auf beispielsweise Gefahren animalischer. Es gab (und gibt es immer noch) die Möglichkeit der Flucht oder des Kampfes. Bekannt ist auch aus dem Tierreich, dass Tiere sich totstellen, um ihr Überleben zu sichern. Befinde ich mich in einem Konflikt, wie in einer Gefahr beispielsweise, dann laufen im Körper zwei Prozesse ab. Bei einem Tier schaut das so aus: Eine Maus frisst völlig entspannt in einem Kornspeicher Getreide. Alles ist normal, der Körper ist in einem Modus der Entspannung und der Nahrungsaufnahme. Plötzlich taucht eine Katze auf, die Maus erkennt die Gefahr. Ihr Körper geht nun in einen neuen Modus, den Fluchtmodus. Er mobilisiert alle ihm zur Verfügung stehenden Kräfte, um das Überleben zu sichern. Herzschlag, Puls, Muskeln, das gesamte Skelettsystem, alles, was benötigt wird, um eine schnelle und erfolgreiche Flucht zu ermöglichen, wird aktiviert. Die Maus erreicht ihr Mauseloch oder eine sichere Stelle und verharrt dort für einen Augenblick. In diese Verharren regeneriert sich ihr Körper, alle Systeme, die 100 % liefen, fahren herunter und der Körper schaltet in einen Normalmodus zurück. Alles läuft automatisch, alles ist gut. Es bleiben keine Schäden oder Fehlinformationen zurück. Der ganz normale Wahnsinn kann von vorn beginnen.
So oder ähnlich laufen auch unsere Reparaturprogramme im Körper, ganz unbewusst, ganz normal und von uns unbemerkt. Kennst du das? Du guckst einen Horrorfilm oder etwas gruseliges und dann bemerkst du, dass dein Herz schneller schlägt, der Puls rast, sich dir die Nackenhaare aufstellen oder du Gänsehaut bekommst. Du möchtest dich verkriechen, fliehen. Ist die „Gefahr“ vorüber, beruhigt sich alles wieder in deinem Körper. Hier findest du den ersten Unterschied zwischen Mensch und Tier. Wir Menschen können uns Gefahren auch einbilden und sehen welche, wo keine sind. Trotzdem reagiert der Körper nach einem uralten, archaischen Prinzip. Fliehen oder totstellen, Hauptsache überleben. Dabei scheint es dem archaischen Mechanismus völlig egal zu sein, ob die Gefahr real ist oder lediglich eingebildet (Film, Buch, Erzählung usw.).
Im Laufe der Jahrtausende sind noch viele äußere Einflüsse dazugekommen, mit denen der Mensch sich auseinander setzen muss. Das Leben ist komplizierter geworden. Erfahrungen zu allen möglichen Lebenssituationen werden gespeichert und von Generation zu Generation weitergegeben. Und auf all das reagiert der Körper mal stärker, mal weniger stark mit seinen Lebenserhaltungsprogrammen. Auf welche Einflüsse der Körper wie reagiert, welche Programme er benutzt, hängt von dem einzelnen Individuum ab. Wir sind alle sehr unterschiedlich und sprechen auf äußere Einflüsse auch entsprechend unterschiedlich an. Dies hängt mit unserer emotionalen Befindlichkeit und Ausprägung zusammen, mit unserer Konditionierung, unseren Erfahrungen und unseren Prägungen. Wir reagieren oftmals genau, wie unsere Vorfahren. Die Schulmedizin spricht deshalb gern von Vererbung, weil dann die auftretenden Symptome die gleichen sind, wie es die der Mutter, des Vaters, der Oma etc. damals waren.
Um es bis hierher kurz zusammen zu fassen: Emotionale Situationen lösen biologische Programme aus. Diese zeigen sich als Symptome. Dabei lässt sich jedes Symptom eindeutig lesen, wie ein Zeichen. Und macht es in diesem Zusammenhang nicht Sinn, dass jeder Mensch, wenn wir dieselben Reparaturmechanismen in uns tragen von Anbeginn, auch bei demselben emotionalen Problem (später nenne ich es Konflikt und erkläre, warum) mit demselben Programm reagieren?
Der Körper hat also eine in sich ruhende Strategie zum Umgang mit der Welt. Wir haben jedoch beschlossen, Kraft unseres Verstandes alles besser zu wissen. Wir versuchen, unseren Körper zu beherrschen, wir betreiben einen Aufwand im Leben, um nur ja nicht zu ändern, was uns eigentlich schadet, dass es schon erstaunlich ist, welche Kräfte wir dazu aufzubringen imstande sind. So schlucken wir Medikamente jeglicher Art, um den Körper irgendwo hin zu führen, uns irgendwie anders zu fühlen, gesund zu bleiben oder zu werden, wir eilen irgendwo hin, getrieben von werweißwas und vergessen, dass wir von Anbeginn intelligent genug sind, um dem Leben zu vertrauen, den Mechanismen zu vertrauen und zu wissen, dass alles wesentlich leichter gehen könnte, wenn…Wir stilisieren Alltagsprobleme so hoch, als wären sie eine Lebensbedrohung in unserem alltäglichen Da-SEIN.
Aber die Biologie (unser archaisch gebauter Organismus) interessiert sich nicht für unsere intellektuellen Pseudo-Erklärungen. Und so fahren unsere Programme ab wie ein Uhrwerk. Und aufgrund unseres Unwissens und der Kraft, die wir unserem Geist verleihen, kann es geschehen, dass nach vielen Jahren des Stresses und Ärgers beispielsweise der Reparaturmechanismus der Gallenblase nicht mehr voll funktioniert und sich Gallensteine in einer Größe bilden, die nur noch operativ entfernbar sind. Aber hier greife ich schon weit vor.
Lass das Gesagte sacken, denn dann folgt Teil 3. Wir werden gemeinsam erkunden, was genau vorfallen muss, damit sich im Körper ein Symptom zeigt.

Ein Kommentar zu „Blickwinkel – Wie du deine eigenen Selbstheilungskräfte zerstörst (2)

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