Dies und Das

Lughnasadh – das Fest der Ernte

Neben Imbolc, Beltane und Samhain ist Lughnasadh eines der vier bekannten großen Jahreskreisfeste. Es hat seinen Ursprung in der irischen Kultur und ist, wie Wikipedia berichtet, folgenden Ursprungs:

„Im Sanas Cormaic, dem Glossar des Bischofs Cormac, wird berichtet, dass der Túatha Dé Danann-Gott Lugh mac Ethnenn in vorchristlicher Zeit dieses Fest zum Andenken an seine verstorbene Ziehmutter Tailtiu, der Gattin des Firbolg-Königs Eochaid mac Eirc, gestiftet haben soll und es deshalb auch seinen Namen trägt.“

Ursprünglich wurde dieses heidnische Fest von Mitte Juli bis Mitte August gefeiert. Viele Rituale und Bräuche (wie Spiele, Rennen, Verlobungsfeiern, Geschenkvergaben und Gemeinschaftsfestmäler) sind aus dieser Zeit überliefert. Besonders bekannt dürfte als Ritual die Ehe für ein Jahr sein, die in dieser Zeit geschlossen wurde. Sie dauerte also von einem Fest zum nächsten (überliefert ist die Zeit von einem Jahr plus einem Tag) und konnten dann gelöst (wenn die Ehe unfruchtbar blieb beispielsweise) oder erneuert werden. Beischläferinnen (Konkubinen) wurden in dieser Zeit ebenso ge- und verkauft.

Bei uns ist das Fest auch als Lammas bekannt und wird Anfang August, dem Monat Gaia, gefeiert. Ob du dafür die Nacht zum 1. August her nimmst oder diesen Feiertag zum diesjährigen Vollmond am 7. August begehst oder irgendwo zwischendrin, sollte deine innere Stimme entscheiden.
Langsam nehmen wir Abschied vom Sommer und seiner Fülle. Es fühlt sich noch nicht wirklich wie das Ende des Sommers an, wir sind mitten in einer sonnigen, heißen Jahreszeit, alles wächst, blüht und gedeiht noch und dennoch: Es ist Erntezeit, alles reift und möchte nun eingebracht werden. Getreide ebenso wie Gemüse, Früchte und Kräuter. Der Schnitt des Getreides wird zum Symbol des Festes. Lammas symbolisiert also den Beginn der Erntezeit. Damit beginnt auch unausweichlich und langsam der Weg in den kommenden Herbst und Winter.

Was symbolisch durch dich zu Ehren des Festes geschehen kann, ist, dass du dich nun trennst und verabschiedest von allem Verbrauchten, Alten, was dein Leben belastet. Sorge vor, für die dunkle Zeit des Jahres – ernte und verarbeite die Früchte, damit du auch in der kommenden Jahreshälfte gut versorgt bist. Und das betrifft nicht nur die Früchte, die du in der Natur findest und die dich über den kommenden Winter bringen werden. Vielmehr wünsche ich dir, dass du segnest, was das erste Halbjahr dieses Jahres dir geschenkt hat. All die guten Dingen, Erfahrungen, Erlebnisse, Begegnungen. Ernte (und konserviere) deine Erfolge. Doch auch aus dem weniger Guten kannst du deinen Nutzen ziehen, indem du diese Situationen anschaust und darin deinen Lernstoff findest. Schon längst ist bekannt, dass Unkraut (symbolisch für das weniger gute) heilende Kräfte haben kann. Bedanke dich bei dir und allen an deinem Leben Beteiligten, so gut du kannst. Lass los, was war, damit du Platz hast, das Neue willkommen zu heißen.

Man sagt auch, dass zu es zu dieser Zeit den Menschen möglich sein soll, mit den Gestalten der Anderen Welt, wie den Sídhe (den Bewohnern der Feenhügel), in Verbindung zu treten. Auch Zeremonien an den Gräbern der Verstorbenen sind überliefert.

Da das Fest zu Ehren der ersten Ernten zelebriert wurde (und wird), wird vielerorts das Brot aus dem ersten Kornschnitt geweiht. In einigen Regionen ist die Kräuterweihe bekannt, vielerorts in Österreich und Bayern ist dies bis heute ein gesetzlicher Feiertag.

Etwas durchaus nachahmenswertes berichtet jahreskreis.at:

„Kräuterkundige Frauen haben zu Maria Himmelfahrt (15.08.) immer schon einen magischen Kräuterbuschen gebunden. Es ist immer noch mit sehr viel Magie verbunden, einen solchen Kräuterbusch zusammenzustellen. Die gesammelten Kräuter werden zu einem dicken Busch gebunden, in dessen Mitte die Königskerze thront. Der fertige Kräuterbusch wurde dann in der Kirche geweiht und zu Hause mit nach unten hängenden Blüten zum Trocknen aufgehängt (in den alten Bauernstuben wird der Kräuterbusch in den Herrgottswinkel gehängt). Das ganze Jahr konnten die Kräuter des Kräuterbusches für Räucherungen verwendet werden. Besonders heilkräftig waren sie, wenn sie zusätzlich mit Weihrauch vermischt wurden.
Die geweihten Kräuter sollen gegen alle möglichen Verzauberungen und Krankheiten, aber auch für Eheglück, Kindersegen und vieles mehr helfen.
Der traditionelle Kräuterbuschen wird aus 9 Kräutern gebunden. Die Kräuter des „Neunerbuschens“ sind Johanniskraut, Schafgarbe, Baldrian, Arnika, Königskerze (immer in die Mitte binden), Kamille, Wermut, Pfefferminze und Tausendgüldenkraut….
Der gesamte August ist ein wichtiger Frauenmonat. Es gibt viele verschiedene Marienfeiertage, allen voran natürlich Maria Himmelfahrt am 15 August. Der August war für die Kräuterfrauen die Zeit des magischen Kräutersammelns und auch die Zeit des Verwertens der bereits gesammelten Kräuter. Die Zeit zwischen dem 15. August (Maria Himmelfahrt) und dem 8. September (Maria Geburt) wurde „Der Frauendreißiger“ genannt und galt seit jeher als besonders günstige und segensreiche Zeit zum Kräutersammeln und zum Wurzeln ausgraben. Früher dachte man, dass die Kräuter zu diesem Zeitpunkt die dreifache Wirkung besaßen.“
(Quelle: jahreskreis.at)

Wie immer du Lammas oder Lughnasadh feierst, ich wünsche dir magische Momente und ein feines Gespür für die Energien, die sich rund um das Fest in dieser Zeit manifestieren. Fühle deinen Platz in all der Fülle, deine Füße auf Mutter Erde, die Energien des Gehaltenwerdens und der Geborgenheit, die dir täglich geschenkt werden. Sei gesegnet als Teil des Großen und Ganzen, du wundervolles Wesen!

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