Dies und Das

Die Nacht des Yggdrasil (2)

Hier bin ich also mit Teil 2 zum Yggdrasil, dem Weltenbaum-Beitrag. Du kennst das sicher auch: Du liest einen Beitrag, einen Artikel, ein Buch und die Worte berühren dich so sehr, dass du das Gefühl hast, sie erreichen eine Tiefe, die dir den Atem raubt. Und genau das ist mir passiert mit der Geschichte von Lars Köhne. Sein Erlebnis in diesen beschriebenen 12 Stunden lösten  in mir Bewunderung, Staunen und eine große Fragerunde zum Stand meiner spirituellen Entwicklung aus. Anfangs beim Lesen, hab ich das noch nicht so gecheckt, das kam so nach und nach, als das Gelesene durch mich hindurch sickerte. Und dann ließ ich die Fragen einfach zu, die sich in mir auftaten und die Gedanken und Gefühle, die ins Fließen kamen.

Woran erkennt man denn eigentlich den Reifegrad einer spirituell entwickelten Persönlichkeit?

Wie siehst du dich selber in diesem Prozess?

Was genau ermächtigt dich, anderen ein spiritueller Lehrer zu sein?

Ich fühlte mich ertappt bei überheblichen Gedanken, die mich zu etwas besserem machen wollten, als andere, nur deshalb, weil ich mich auf einen spirituellen Weg begeben habe. Das allein macht mich doch schon besonders, nicht wahr? Und nach dem Lesen wusste ich tief in meinem Inneren, dass es nicht das Auftreten im Außen ist, was mich zu dem macht, die ich bin, sondern meine innere Haltung. Und ich erkannte plötzlich deutlich, wie sehr ich mich noch über das Außen definiere. Es genügt eben nicht, viele Klienten zu haben, viele Techniken und Methoden zu kennen, viele Marketingstrategien, Positionierungen oder einen ansprechenden Blog zu haben, viele Likes auf der Fanseite auf Facebook zu bekommen. Das ist das Außen, nur, was sagt das über mich aus? Es sind lediglich Oberflächlichkeiten. Und nichts ist für mich persönlich schlimmer, als in ihnen stecken zu bleiben. Nur, ich war auf dem besten Weg, genau das zu tun.

Viel wichtiger ist es, wie es im Innen aussieht. Und weiter ging die Fragerunde:

Wie sieht es aus mit der inneren Klarheit und Struktur? Wie fühlst du oder fühlst du überhaupt? Wie empathisch bist du? Wie gehst du mit dir selber um? Bist du demütig und nimmst du das Leben wirklich an? Wie kannst du mit Andersdenkenden umgehen? Wie stark ruhst du in dir selbst? Kennst du deine Schatten? Ist alles in deinem Leben Friede-Freude-Eierkuchen oder, wie andere es nennen Licht und Liebe? Arbeitest du an deinen Baustellen? Lebst du schon im Herzen oder überwiegend im Kopf?

Wir sprechen öfter darüber, dass die Zeiten des Bewusstseinswandels heute von jedem einen Tribut, eine Entscheidung fordern: Möchtest du in deinen alten Mustern weiter leben oder bist du bereit, neue Sichtweisen und Veränderungen in dein Leben zu lassen? Für mich lautet die Entscheidung, dass es nichts mehr geben sollte, was mich davon abbringt, in die Tiefe meines Selbst zu tauchen und alles aufzuarbeiten, was mich betrifft, um mich zu erkennen, um das zu finden, was mich ausmacht, um zu erfahren, wer ich wirklich bin. Es ist nicht mein Name oder mein Beruf, meine Größe, meine Figur oder meine Haarfarbe, die mich ausmacht. Es ist das, was in dieser Hülle steckt. Der Rest ist die Oberfläche, siehe oben.

Mein erstes Fazit ist ernüchternd und holt mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Bei allen meinen Bemühungen um innere Klarheit, fühle ich mich ein wenig wie ein Lehrling am Anfang seines Weges. Eines Weges in die Tiefe, zurück zu meinem wahren Selbst.

Aber nein, natürlich bin ich nicht ganz so furchtbar, wie sich das jetzt für mich alles selber gerade  liest. Ich habe einen mächtig langen Weg bereits zurück gelegt seit Beginn meiner Wanderung. Das macht mich stolz. Und ja, das ermächtigt mich zu einer Führungsposition, es ermächtigt mich dazu, mein erworbenes Wissen weiter zu geben, um anderen ihren Weg zu erleichtern. Ich möchte nur ein noch besserer Lehrer werden.

Und so bin ich sehr dankbar, dass ich diesen Beitrag von Lars Köhne fand, der mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und mir diese Reflektion ermöglicht hat.

Ich bin manchmal noch immer zu großen Teilen ein großer Theoretiker, wie es scheint. Das ist auch ein Teil von mir, mit dem ich jedoch recht gut leben kann, zumindest, solange ich den Rest nicht außer Acht lasse.

Meine Hausaufgabe ist, weiter ins FÜHLEN zu gehen und über das FÜHLEN eine neue Qualität meiner bisherigen Erkenntnisse zu erschließen. Meinen Klienten kann ich das sehr gut vermitteln:

Was im Verstand (Kopf) stecken bleibt und nicht den Weg ins Herz (Gefühl)  findet, ist nur die halb gelebte Wahrheit.

Und bis dahin trockne ich meine Tränen der Scham und der Traurigkeit, schnappe mir meine Erkenntnisse und  gehe erhobenen Hauptes weiter, mutig und wild entschlossen, mir selbst ein guter Seelenpfadfinder zu sein, um mein SELBST in allen seinen Facetten zu erfahren und zu leben, dem Ruf von Yggdrasil zu lauschen, ihn fühlend zu erforschen und seinen Aspekten zu folgen.

 

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