Dies und Das

Drachenzentrum-Ullrich – ein Interview

Liebe Leser meines Blogs,

könnt ihr euch vorstellen, dass kreative Handarbeitstechniken in Verbindung mit dem Kontakt zu Tieren wie Hunden, Pferden und Katzen, eine wundervolle Kombination bei der Lösung verschiedenen psychischer und physischer Probleme sein kann? Wie meine Interview-Partnerin, Yvette Hahmann-Ullrich dazu kam, genau diesen Weg zu gehen und wie sie ihren Klienten damit im Drachenzentrum-Ullrich hilft, das erfahrt ihr in diesem Interview. Und am Ende, da bin ich sicher, wisst ihr, dass mit den Möglichkeiten des Drachenzentrums große und kleine Wunder einfach so geschehen dürfen. Lies dieses sehr interessante und berührende Interview. Am Ende wirst du ihre Kontaktdaten und weitere Verweise auf ihre Arbeit finden.

 

Wer ist Yvette Hahmann-Ullrich? Erzähl uns bitte ein wenig aus deinem Leben!

Ich bin  46 Jahre, geboren in Leipzig, also in der ehemaligen DDR. Ich wuchs als Handwerkertochter (mein Vater war Schlossermeister) auf und war das jüngste und einzige Kind von 14, welches meine Mutter zur Welt gebracht hat. Die Verwandtschaft väterlicherseits lebte im damaligen Westen. Durch den Kontakt dorthin und die Pakete, die wir erhielten, hatte ich viele Sachen, die in den meisten meiner Schulkameraden den blanken Neid weckten. Zum Umfeld meiner Eltern gehörten viele Prominente. Oft wurde ich in einer Nobelkarosse von A nach B kutschiert und all das machte mein Leben damals nicht eben leichter. Ich lernte als Kind, befördert durch diese Umstände, bereits recht früh das Thema Mobbing (in Form von Neid) in allen seinen Facetten kennen.

Ich selber habe 5 Kinder. Ich war 6 x schwanger, aber das nicht wirklich immer freiwillig. Die ersten beiden Male wurde ich gänzlich gegen meinen Willen schwanger und es ging schief, was nur schief gehen konnte. Mit den drei Kindern danach verlief das alles anders, aber mein Leben war sehr stark geprägt von den Erfahrungen aus meiner Vergangenheit, die Schäden (in mir) waren noch nicht behoben und so wuchsen meine Kinder in fremden Familien (den Familien väterlicherseits) auf, was mit großen seelischen Schmerzen für mich verbunden war. Es ist ein Abschnitt meines Lebens – wie so viele – voller Tränen und Leid.

Studiert habe ich Freies Angewandtes Zeichnen.

Heute bin ich mit Tom glücklich verheiratet und wir engagieren uns gemeinsam in unserem Drachenzentrum.

Das Familienleben in meiner Kindheit war alles andere als harmonisch. Meiner Mutter war ich nicht willkommen. Sie machte mir das bereits sehr früh klar und lud alle Schuld für ihre Probleme auf mir ab. Dazu gehörte auch, dass sie mir die Schuld dafür gab, dass sie während meiner Geburt fast gestorben wäre. Sie machte mir öfter klar, dass ich ja nur auf der Welt sei, weil sie sonst nicht überlebt hätte. Ich fühlte mich bei ihr nur geduldet. So wurde ich häufig zu meinen Großmüttern abgeschoben. Alle vier Großmütter waren Teil meines Lebens: die Oma mütterlicherseits und deren Mutter, also meine Uroma, ebenso wie die Mutter und Großmutter meines Vaters. Sie alle vier lehrten mich Kochen und Backen.

Als ich 7 Jahre alt war, wurde mein Vater krank. Ab da hatten wir kein Familienleben mehr. Meine Mutter war hoffnungslos überfordert. Man hielt mich von meinem Vater fern und ich hörte öfter, dass ich Schuld sei, wenn er sich was antäte. Als ich 18 war, tat er das dann auch. Schuld daran war natürlich ich.

In diesem Spannungsfeld erzog ich mich so gut ich konnte selbst. Es zog mich vielleicht deshalb schon sehr früh zu unseren Tieren hin. Meine Mutter besaß Pferde und in unserem Haushalt lebte ein Hund. Sie wurden zu meinem Halt und gaben mir Kraft.

Mein Körper zog das erste mal mit 20 Jahren die Notbremse. Ich wurde arbeitsunfähig, weil ich zu viel gearbeitet hatte. Die Arbeit, die meine Mutter hätte tun müssen, übernahm ich zusätzlich.

Später, und das war ein wichtiger Prozess im Rahmen meiner Befreiung aus den mich fesselnden Familien- und Ahnenstrukturen, begann ich, das meiner Familie zugrunde liegende Tauma zu studieren. Dieses zog sich, einer kinesiologischen Testung zufolge, bereits über 14 Generationen hin.

Mir wurde nicht gesagt was damals passierte. Ich suchte und fand anhand meiner Uroma und Oma mütterlicherseits, anhand meiner Mutter und mir und meiner ersten Tochter, schreckliche Dinge heraus, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Ich bin sicher, dass der Leser dafür Verständnis hat.

In meinem Leben habe ich das hinterfragt, was ich erlebte und ich habe viel für mich daran gearbeitet, um mein Leben in den Griff zu bekommen. Handarbeiten und Tiere waren das, was mir sehr half.  Ich stickte und erlernte die Nadelmalerei. Zwischendurch optimierte ich meine gestalterischen Möglichkeiten. Ich malte, modellierte, arbeitete mit Holz und Wolle. Ich stellte während der Tätigkeiten fest, dass es Zusammenhänge gab zwischen dem, was ich mit welcher Technik tat und dem, was ich kurz darauf erlebte.

Es vergingen weitere 20 Jahre, in denen ich nun das, was in den vorhergehenden zwei Jahrzehnten zu tun gewesen wäre, aufholte und tat, wozu ich nicht gekommen war. Und auch während dieser Zeit verließ die Handarbeit mich nicht. Und wieder gaben mir die Tiere Halt, den ich in meinen Partnerschaften und in deren Familien nicht fand.

Irgendwann kam ich auf meine Weise bei der Frau an, die ihr Leben in den eigenen Händen hielt, die sich eingerichtet hatte und in der Lage war zu bestimmen, was werden sollte und was sie leben möchte. An dieser Stelle möchte ich auch „Danke!“ sagen: Danke all jenen, die mich haben diese Lektionen lernen, verstehen und begreifen lassen, dankeschön dafür, das ich es geschafft und losgelassen habe. Ich sende euch meinen Segen! Mögen auch eure Wege erfüllt und glücklich sein!

Warum hast du den Namen „Drachenzentrum“ gewählt?

Diese Frage wird mir sehr häufig gestellt. Nun, der Drache steht in diesem Falle für die innere Stärke, die Magie und Schöpferkraft. Er lässt Wandlungen in einer normalerweise unmöglichen Weise wahr und erlebbar werden.

Wo hast du gelernt, was du tust?

Neben meinen kreativen Handarbeiten, die ja schon sehr lange pflege, bildete ich mich in den unterschiedlichsten Bereichen fort: in Familienberatung, in Gestalttherapie, wo ich Petra Heinrich an der Paracelsus Schule kennen und schätzen lernte; ich lernte klinische Hypnose bei ICHP und ließ mich in schamanischen Techniken ausbilden. Westernreiten und diverse Möglichkeiten, mich mit Tieren zu beschäftigen, Hippotherapie am Pirt nicht zu vergessen, waren ebenfalls Teil meiner vielfältigen Ausbildungen. Und ich bin Reikimeisterin.

Im Prinzip habe ich von Anfang an, so lange wie ich mich bewusst zurück erinnern kann, gelernt und selbst erfahren (und immer wieder überarbeitet), was ich heute im Drachenzentrum-Ullrich auch tue. Mein Leben war und ist der beste und strengste Lehrmeister. Meine Kinder und die Tiere waren der nötige Antrieb und Spiegel dazu.  Zunächst habe ich natürlich unbewusst, ohne direkt zu wissen, was ich da eigentlich mache, die Techniken geübt. Techniken die mir in meinem heutigen Atelier zur Verfügung stehen. So habe ich gemalt, gebastelt, modelliert, gestickt – ich habe mir quasi meine Welt immer wieder neu erschaffen, Träume kreiert und real werden lassen. Zu guter Letzt habe ich das Ganze zwischendurch immer wieder mit den Tieren in Bewegung gebracht und überprüft.
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Tiere haben also in deinem Leben ein ganz besonderen Platz eingenommen und tun es immer noch…

Die Tiere waren meine Familie und gaben meiner Seele die Kraft, durchzuhalten, ganz zu bleiben, meinen Lehrweg zu gehen. Die Pferde gaben mir Trost, Nähe und Freundschaft. Sie waren meine Begleiter, wie auch Anka, der Hund, meiner Eltern, zu dem ich eine sehr innige Bindung hatte. Sie ersetzten damit, so gut sie konnten das, was meine Eltern – ebenso wie meine Ex-Partner nebst Familien – nicht in der Lage waren zu geben.

Tiere sind auch ein wundervoller Spiegel und bringen uns Lektionen mit, wenn sie in unser Leben treten.

So kam eines Tages auch das Thema mit meinem Vater (wir hatten zu Lebzeiten so gut wie keine Beziehung zu einander) in mein Leben. Alles was an offenen Themen gewesen war und was wir im täglichen Umgang miteinander hätten klären müssen und nicht konnten, spiegelte mir mein Hengst. Er brachte das mit, weil er ein Teil der Seele meines Vaters war. So bearbeitete ich mit meinem Hengst zusammen alles, was sich mir zeigte. Auch heute noch sind meine Hengste immer mit einem Teil von ihm bei mir. Der Lohn für diese Arbeit ist, dass ich heute, lange nachdem mein Vater die Seiten gewechselt und das irdische Leben verlassen hat, mit meinem Nachwuchs und den Kindern, die in eine Therapie kommen, Schönes erleben kann.

Nicht nur mein Vater war Thema, welches ich mit meinem Hengst bearbeitete, auch die „Kastrationsangst“ wollte durch sein Sein angeschaut werden. Kastration im Sinne von nicht das tun zu dürfen, was man möchte und das zu leben, was einem Freude macht, kurz, das Gefühl, sich beschnitten und seiner Ursprungskraft beraubt zu fühlen.

Ähnliches erlebte ich auch mit Romina, meiner Hündin. Schon als ich damals das Foto von ihr sah, musste ich heulen, weil ich in ihr einen Teil von Anka wiedererkannte und mich an unsere einzigartige Bindung zurückerinnerte.

 Die Tiere, die sich um mich herum sammeln, haben ebenso wie die Zweibeiner ihren Lehrweg hinter sich. Auch sie machten Erfahrungen, die sie Abwehrhaltungen aufbauen ließ. Ganz ähnlich wie bei den Zweibeinern, die durch ihr Verhalten Ablehnung fanden. Daher ist es wirklich einzigartig, wenn sie und Klienten unter unserem Dach aufeinander treffen und welche Wandlung da auf einmal möglich ist. Wie sie aufblühen, sich plötzlich weich und beinahe liebevoll zeigen und sich umeinander kümmern. Auch wenn sie unterschiedliche Sprachen sprechen, verstehen sie einander, wenn man sie nur beobachtet und Hilfestellung gibt.

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Welche Tiere, außer Pferden, begleiten deine Arbeit im Drachenzentrum?

Ja unsere Katzen sind halbe Hunde, sie spielen sehr gerne, freuen sich über Besuch und schmusen. Sie geben die Wolle zum Aufarbeiten. Sobald der Hof da ist, kommen noch Angorakaninchen und  Kaschmirziegen zur Unterstützung, und natürlich der Hund. Auch Molche und Vogelspinnen helfen mit. Sie stellen sich zum Beobachten zur Verfügung. Wie sehr Kaninchen und Ziegen helfen und weshalb sie wieder in mein Leben kommen werden, weiß ich noch von der ersten Generation, die mir in der Arbeit mit meinen Kindern geholfen hat.

Wer sind deine Klienten?

Es kommen sowohl Kinder als auch Erwachsene zu mir. Vor allem kommen, nach dem Gesetz der Resonanz, Klienten zu mir, die ganz ähnlich wie ich Defizite auf irgendeiner Ebene ihres Lebens haben. Es sind große und kleine Menschen, die ein Problem damit haben, im Alltag so zu funktionieren, wie man es von ihnen verlangt. Die häufigsten Probleme, die Kinder mitbringen, bestehen darin, den täglichen Alltags-Spagat zwischen der modernen Technik, einer falschen Ernährung, Bewegungsmangel, Zeitdruck und dem Leistungsanspruch des Systems meistern zu müssen.

Gemeinsam kommen wir den Defiziten auf die Spur. Ich biete Ausgleich und Alternativen, zeige, mit welchen Möglichkeiten der Alltag entlastet werden kann und wie man diesen zermürbenden Spagat schafft, um wieder zu mehr innerer Harmonie und Lebensfreude zu gelangen.

Bei welchen Problemen kannst du ihnen helfen und wie genau gehst du in deiner Arbeit vor?

Wie gesagt, ist es den meisten, die zu mir kommen, nicht sofort bewusst, warum sie kommen. Sie kommen zum Malen und Basteln und zum natürlichen Umgang mit den Tieren; meistens weil sie den Kontakt zu den Tieren wünschen und mal gehört haben, dass Reiten bei Bewegungsproblem helfen könnte. Im Laufe der Zeit, während des Trainings und des Übens der Techniken im Atelier, werden die Dinge bewusster, man kann sie benennen, während man die Veränderung schon sieht. Im Prinzip wird jeder Unterricht bei mir zur „Therapie“, weil ich sehe und anspreche, wo man wie was ändern könnte. Ich halte nichts von therapeutischer Gesprächsführungen, zumal ich dafür auch nicht ausgebildet bin. Wir TUN, wir üben und trainieren und dabei kommen Defizite ans Licht. Diese werden gegebenenfalls mit den Hausärzten besprochen. Manchmal wird auch von Einrichtungen nahegelegt, das eine oder andere zu fördern. Den Klienten bieten unsere Tiere Spiel, Sport und Nähe. Die Möglichkeiten im Atelier ergänzen die motorischen wie auch ideomotorischen Möglichkeiten, besonders in Verbindung mit den Innenreisen und der Arbeit mit Zeichen und Symbolen.

Im Themenstellen kommen wir auf den Punkt. Das meint, wir stellen eine Situation dar, der Klient fühlt in sich nach, wie eine Änderung ausschauen könnte und sich gut anfühlt, dann wird dieses Bild dargestellt. Und im Anschluss wird mit den Tieren gearbeitet, so dass die Schwingungen in Bewegung kommen. Manchmal zeigt sich, dass Strukturen aufgebrochen werden müssen. Das machen wir je nach Bezug mit Wolle oder Holz, und dann muss es wieder ein Ganzes werden, so dass die Änderungen gleich real und greifbar sind und man sie am besten mit in den Alltag nehmen kann.

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 Deine Methoden und Techniken sind sehr vielfältig, wie ich mitbekomme. Und ebenso einzigartig ist, wie du sie einsetzt.

Ja, über mein Handwerk und wie es mich in meinem Prozess begleitete, habe ich ja bereits berichtet. Alle Teile meiner Arbeit mit den Klienten greifen ineinander. Die kreative Gestaltung von Handarbeiten im Atelier nutze ich demzufolge ebenso gern wie Fantasiereisen, die Kontaktaufnahme zum eigenen Unbewussten, um bestimmte Dinge bewusst werden zu lassen und die liebevolle Begegnung mit unseren Tieren. All die daraus entstehende Lebensfreude, die Kreativität und Bewegung wird zu kleinen und großen Wundern verwoben.

Erzähl doch den Lesern ein interessantes Beispiel aus deinem Coaching oder deiner Hilfestellung.

Ein kleiner Junge der zu mir in den Reitunterricht kam, konnte kaum richtig laufen, war schwer, ungelenk, kam nicht allein auf das Pony und war nach zwanzig Metern zu Fuß außer Puste, von Sport ganz zu schweigen. Er wurde gehänselt und gemobbt. Doch liebte er die Tiere und interessierte sich für Bastelarbeiten. Also begannen wir mit der Arbeit und gingen in den Wald, weg von den Blicken der Menschen. Dort übte er Laufen, Auf- und Absteigen und Turnen , er hatte Spaß, sich hinter den Bäumen zu verstecken, um einen Angriff zu simulieren, so wie die Ritter wohl früher für ihre Turniere geübt haben mochten. Er wurde immer fitter. Das Pony war außergewöhnlich geduldig mit ihm. Sie mochten sich. Ebenso wie die Katzen gerne mit ihm spielten. Seine Mama, völlig verzweifelt, liebt ihren Jungen über alles und staunt nun nach wenigen Wochen, wie flink ihr Junge plötzlich auf dem Pony turnt, mit dem Hund durch den Wald rennt, sich durchsetzen lernt im Spiel mit den Katzen und welche neue Form der gleichmäßigen kräftigen Art der Bewegung ihres Jungen sowohl mit den Füßen wie den Händen ihm auf einmal möglich ist.

Ich danke Yvette von Herzen für die Einblicke in ihr Leben und in ihre Arbeit im Drachenzentrum! Und wer mehr über sie erfahren möchte, über ihre Arbeit und ihr Sein, dem empfehle ich, diesen Links zu folgen:

Drachenzentrum

Yvettes Atelier

Yvette auf Facebook findest du hier und hier.

Videos auf youtube

 

 

 

 

3 Kommentare zu „Drachenzentrum-Ullrich – ein Interview

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