Dies und Das · Umzug

Sag mal, wie ist das eigentlich…Über die Nichtse und Keine dieser Welt – Wörter, die unser Unterbewusstsein (angeblich) nicht versteht

Kennt Ihr ihn, diesen Streit in der Esoszene bzw. unter den Spirituellen zu den Verneinungen? Es ist ja so, sagen die einen, dass unser Unterbewusstsein das „nicht“, „nichts“, das „kein“ und „keine“ usw. gar nicht kennt. Demzufolge auch nicht versteht. Das wird gebetsmühlenartig gepredigt und von vielen Lesern abgenickt. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass viele nicht (ha, da isses wieder) wirklich darüber nachdenken, was sie da nachplappern. Hauptsache irgendeine wichtige Persönlichkeit hat es laut und oft genug (hat nichts mit plausibel zu tun) in der Öffentlichkeit kund getan.

Andere wiederum sagen, das sei ja alles Quatsch und na klar würde unser Unterbewusstsein die Worte entsprechend verstehen. Sie gehören schließlich zu unserem Sprachschatz dazu und haben ihre Wertigkeit, genau wie jedes andere von uns gesprochene Wort auch.

Wie ist es denn nun aber wahr? Ich hab mich mal auf die Suche nach ein paar anschaulichen Beispielen gemacht. Vielleicht regen sie Dich ja zum Nachdenken an.

„Ich habe nichts zu verbergen“, sagst Du. Zu mir als Deinem Behandler beispielsweise. Hm…wenn ich also ein Anhänger der Theorie wäre, dass Verneinungen für das Unterbewusstsein nicht existieren (oder wie drücke ich das jetzt aus, ohne das Wort „nicht“ zu verwenden?) dann lügst Du also grad ganz frank und frei. Bei mir kommt nämlich an (weil mein Unterbewusstsein Dein gesprochenes Wort ausblendet): „Ich habe (da was) zu verbergen“. „Was genau verbirgst Du?“, müsste ich jetzt fragen. „Willst Du drüber reden?“.  „Es gibt nichts zu reden, ich sagte doch, ich habe nichts zu verbergen“, wirst Du möglicherweise erwidern und frustriert sein. Im schlimmsten Fall gehst Du einfach, weil Dir das zu blöd ist, weil ich Dir zu blöd bin. Dumm gelaufen für mich.

Wie fühlt sich das an für Dich, wenn ich Dir also unterstelle, dass Du mir möglicherweise grad nicht (ups, schon wieder dieses Wort, welches es nicht gibt) die Wahrheit sagst? Oder ist es ja nur Dein Unterbewusstsein, was durch Deine Worte die Wahrheit ans Tageslicht bringt? Oder hast Du jetzt doch eher gelogen? Sag Du es mir.

Und jetzt stehst Du mal in Gedanken auf einer hohen Brücke. Du hast Dein Handy in der Hand, weil Du Fotos von dieser faszinierenden Landschaft machen willst. „Lass das Handy nicht fallen!“, ruft Deine Freundin mit sorgenvollem Gesicht neben Dir. „Nein, wird schon nichts passieren!“, erwiderst Du. Und? Was passiert nun? Logisch, das Handy fällt. Schwupps, von der Brücke in die Tiefe. Das Unterbewusstsein ist unser Herr und Meister, es tut, was wir ihm Kraft unserer Gedanken befehlen. Und nichts und nicht usw. kennt es ja nicht…“Oh mein Gott!“, ruft Deine Freundin entsetzt, als Du Dich über das Geländer lehnst, um Deinem verschwundenen Handy nachzuschauen.  „Fall Du jetzt nicht auch noch runter!“ Und was machst Du? Na, ich jedenfalls komme nicht zu Deiner Beerdigung. Also, was meinst Du, werde ich da sein? Mal gucken, ob ich Zeit habe.

„Dieses Problem ist lästig, ich will das nicht mehr haben!“ Erwischt! Du willst es behalten! Sage ich jetzt mal so, ohne Dich zu kennen. Oder schreibe ich besser: Sage ich jetzt mal so, ich kenne Dich ja nicht, aber ich weiß, dass Du Dein Problem behalten willst. Du hast ja schließlich das kleine Wort „nicht“ benutzt.“ Und ich kenne Dich doch, denn das „nicht“ kannst Du beruhigt vernachlässigen.

Was ist mit Aussagen wie:

Ich kenne keinen von Euch und Dich kenne ich auch nicht persönlich.

Ich habe nichts in meinen Taschen.

Ich habe nicht vor, in den Urlaub zu fahren, denn ich habe kein Geld.

Dieses Weblog gehört nicht mir.

Ich kann mich mit Deinen Aussagen nicht identifizieren.

Ich werde das Webinar nicht vor dem Ende verlassen.

Ich wurde nie vergewaltigt.

Lass das, ich will das nicht!

Verschwinde, ich will Dich nicht mehr sehen!

Ich habe keine zwei Söhne und Töchter hab ich auch nicht. Dann habe ich also keine Kinder.

Hat das jetzt was Gutes, wenn ich der Theorie folge, dass unser Unterbewusstsein Worte wie „nichts“ oder „keine“ schlichtweg negiert? Ich bringe Euch mal ein Beispiel, wie Ihr von dieser Theorie profitieren könntet. Frauen, aufgepasst jetzt (Männer, Ihr könnt natürlich auch was lernen)!

Stellt Euch einmal folgende Szene vor:  Ihr geht mit Eurem Schatz bummeln und shoppen. Wo Ihr doch wisst, dass das Unterbewusstsein die Worte „nicht(s)“ und „kein(e)“ einfach ignoriert (um nicht zu schreiben „nicht versteht“), bleibt doch mal vor diesem megateuren Juwelierladen stehen und zeigt auf Euren Lieblingsring im Wert eines Porsche  in der Auslage und ruft (viele Emotionen dabei zu benutzen wäre wie ein Booster) aus: „Schaaaaaatz, guck mal, den Ring da mit diesem Diamanten, den will ich von Dir nicht geschenkt haben! Ich will ihn nicht, um nichts in der Welt! Das würde mein Herz gar nicht erfreuen! Gib Dir keine Mühe!“ Was glaubst Du, passiert nun nach Deiner Theorie? Genau,  es  beginnt im Unterbewusstsein Deines Schatzes zu arbeiten. Vorsicht, an dieser Stelle. Dieser Trick funktioniert nur, wenn das Unterbewusstsein Deines Schatzes genau so tickt wie Deins. Dann wird sein Unterbewusstsein jetzt unverzüglich alles in Bewegung setzen, damit Du den Ring bekommst, den Du grad noch so vehement abgelehnt hast. Und da Dein Schatz Dich nicht liebt, wird er nichts in Bewegung setzen, um Dich nicht glücklich zu machen. Du musst Dir jetzt die „nicht“ nicht wegdenken, das macht Dein Unterbewusstsein schon.

Also mir fiele da noch sehr viel ein, was ich an Beispielen bringen könnte. Vielleicht habt Ihr schon bemerkt, dass ich der Theorie NICHT anhänge, dass unser Unterbewusstsein diese „nichtse“ und „keine“ nicht kennen würde. Mein Unterbewusstsein funktioniert vielleicht ein wenig anders. Es kennt diese Worte und weiß, dass, wenn ich denke „Mach jetzt nur bloß nicht in die Hose!“, ich ganz sicher bestrebt sein werde, auszuhalten bis zum nächsten Klo und nicht einfach laufen lasse. Und dass ich, wenn ich denke „Himmel, jetzt bloß nicht die 20 Etagen hochlaufen“, damit meine, dass ich dann doch lieber den Fahrstuhl nehmen werde. Wenn ich so denke „In meiner Geldbörse ist nichts drin“, dann wird sich auch nichts daran geändert haben,  wenn ich fünf Minuten später reingucke. Es sei denn, ich hätte in der Zwischenzeit was da reingetan.

Und ich sage jetzt auch nicht, was ich von Leuten halte, die ihr Hirn nicht zum Denken benutzen…Achtung, die Anhänger der Theorie von „nicht“ gibt es fürs Unterbewusstsein nicht, müssen jetzt ne Weile länger hier verharren, in der Hoffnung, dass hier doch noch ein Gedanke von mir dazu auftaucht. Ich sage jetzt nicht: Wartet nicht, das wäre vergeblich, denn das würde Euer Unterbewusstsein falsch verstehen. Deshalb für alle die Übersetzung: Ich verkneife mir irgendwelche Stellungnahmen.

Was ich jedoch allen, die an ihren Problemen arbeiten und gewisse Muster für sich auflösen möchten, empfehlen kann, ist, dass man seine Zielstellungen besser immer positiv formulieren sollte. Anstatt also zu sagen“: Ich will das Problem nicht mehr“, wäre die Formulierung effektiver: „Ich möchte mein Problem auflösen, loslassen, transformieren“ Auch befürworte ich die Ansicht, dass es schöner ist an das zu denken, was man will, anstatt das, was man nicht will. Wobei  es manchmal egal sein kann, ob ich sage: „Verschwinde, ich will Dich nicht mehr“ oder ob ich sage „Verpiss Dich!“. Für den einen mag das einen Unterschied machen, für den anderen nicht. Am Ende steht immer eine Trennung.

Mein Tipp: Macht Euch keinen Knoten ins Hirn, es gibt Wichtigeres auf dieser Welt als diese pseudowissenschaftlichen Gedanken über nichts (und über kein)!

In diesem Sinne denk mal für Dich über das Thema nach und entscheide Dich, welcher Theorie Du lieber folgen magst. Ich will Dich da gar nicht beeinflussen…

Namasté

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