Dies und Das

Wie Tollebella in den Kienbergtower kam

Kienbergtower12So war es einst: Ich wohnte einst in Berlin-Pankow, heute einem aufstrebenden Juppie-Stadtbezirk von Berlin. Der Stadtbezirk  ist immer mehr im Kommen – ein Insidertipp für all die, die gern ein wenig mehr Miete zu zahlen bereit sind. Jeder, der etwas auf sich hält, sprich, gut verdient, zieht hier hin. Und so wird in Pankow alles immer teurer und teurer, Bioläden schießen wie Pilze aus dem Boden, extravagante Boutiquen und Minilädchen mit Krimskrams, den die Welt nicht braucht, der aber gutes Geld kostet, auch. Derweil steigen die Mieten ins Unermessliche. So hält man sich die Armut vom Leib. Dafür wird saniert und horrende Mieten kassiert, neu gebaut, auf Teufel komm raus und ganz nebenbei werden die grünen Oasen zu horrenden Preisen als Baugrundstücke verschachert, die Kleingärtner bzw. ihre Gärten werden auf den Opferaltar zu Ehren des schnöden Mammon gelegt.

Pankow kann also inzwischen locker mit dem Insider-Stadtbezirk Prenzlauer Berg mithalten: alles Schickimicki. Nach einer geplanten Sanierung im Vorjahr und einigen anderen privaten Unannehmlichkeiten, beschloss ich, umzuziehen. Nach Marzahn. Das hat sich so ergeben. Viele rümpften die Nasen und im Hinterkopf hatten sie wohl das Bild von meinem sozialen Abstieg. Marzahn, das Sammelbecken für soziale Armut. Gibt es hier auch. Genau wie zahlreiche Russen, Nazis, abgewrackte Typen, arrogante Wohnungseigentümer, Selbstständige, viel Grün, zwei Schwimmhallen und einem der größten Einkaufscenter von Berlin, dem Eastgate. Ach ja und die Gärten der Welt, die mir zu Füßen liegen, sollte man nicht vergessen zu erwähnen.

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Jetzt wohne ich hier schon ein Jahr; die Zeit vergeht wie im Flug. Ich wohne jetzt im Osten. Ich meine die Himmelsrichtung. Mit Blick in den Osten – wie passend. Hier meine ich auch die Himmelsrichtung. Ich bin ein Ossi, eine Ossi und nun wohne ich da, wo ich herkomme (obwohl ja alles eins ist schon lange – ich sollte aufhören, so einen Schmarrn zu schreiben, als könnte ich mich nicht an die deutsche Einheit gewöhnen, pffft). Im ehemaligen Osten von Berlin. Pankow war ja auch mal ein Ostteil von Berlin. Aber der Stadtbezirk liegt eher nördlich.

Meine Wohnung ist klein, aber gemütlich. Zwei Zimmer sind völlig ausreichend für eine alleinstehende Person mit Hund. Ich fühle mich wohl, mein Ausblick ist fantastisch. Nur der Fahrstuhl darf bitte niemals ausfallen. Warum? Ach so, weil ich in der 20. Etage wohne. Knapp unter den Wolken also.

FrühlingMarzahnApril13d

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